Pädagogisches Konzept
1. Sozialerziehung
Die soziale Erziehung des Kindes vollzieht sich im freien Umgang der Kinder untereinander. Die Betreuer der Kinder sind in dieses Geschehen einbezogen. Vielfältige soziale Kontakte, Freundschaften, Rivalitäten, Konflikte etc. erfährt das Kind in der Gruppe. Es lernt seine persönlichen Fähigkeiten kennen und behaupten. Es erhält aber auch einen Eindruck über die Stärken und Schwächen der anderen Kinder. Im Alltagsgeschehen soll jedes Kind lernen, die Bedürfnisse des anderen zu akzeptieren, es soll geben und nehmen können, ohne sich selbst als Verlierer zu sehen. Den Erziehern fällt dabei eine besondere Vorbildfunktion zu, da sie oft von Kindern imitiert werden.
Zum Leben im Kindergarten gehören auch bestimmte Regeln, die dem Kind und auch dem Erwachsenen ein Gefühl der Sicherheit und Verlässlichkeit geben und ein friedliches Gruppenleben erst ermöglichen. So ist es selbstverständlich, das jedes Kind zum Frühstück sein Geschirr selbst holt, zum Essen am Tisch sitzen bleibt , beim Aufräumen hilft usw..
Es ist uns wichtig, dass wir dem Kind eine Atmosphäre schaffen, die es ihm ermöglicht in der Gruppe:
- Selbstvertrauen zu entwickeln
- Freude zu erleben
- Misserfolge und Enttäuschungen zu ertragen
- eigene Bedürfnisse und Wünsche zu äußern oder zurückstellen
- möglichst frei von Angst zu spielen
Wenn das Kind erfährt, dass es in seiner Persönlichkeit akzeptiert wird, kann es ein positives Bild von sich gewinnen. Wenn sich von der Gruppe angenommen fühlt, fällt es ihm leicht, freundlich und hilfsbereit zu sein.
Gemeinsame Aktivitäten der Gruppe wie ein tägliches gemeinsames Mittagessen, Geburtstagsfeiern, Spaziergänge, Spiele im Stuhlkreis u.a. geben den Kind die Möglichkeit, positive Gruppenerfahrungen zu sammeln und sich als Teil einer größeren Gemeinschaft zu erleben.
In diesem Zusammenhang hat auch das freie Spiel eine inhaltliche, formale und zeitliche Bedeutung im Tagesablauf: Das Kind hat hier die Möglichkeit, seine Wünsche und Bedürfnisse auszuleben und sich Partner, Raum und Spielmaterialien frei auszuwählen. Dadurch entstehen viele spontane Spielgruppen, in denen das Kind Freundschaft, Geborgenheit, Anerkennung, aber auch Kritik und Auseinandersetzung mit anderen Kindern erfährt.
2. Spracherziehung
Die persönliche Entfaltung, die Fähigkeit, soziale Beziehungen aufzubauen und Lernerfolge zu erfahren, hängen sehr vom Wortschatz und der Ausdrucksfähigkeit des Kindes ab.
Durch Vortragen und handelnden Umgang mit Reimen, Geschichten, Fingerspielen, Märchen, Bilderbüchern usw. erfährt das Kind eine Wortschatzerweiterung bzw. einen kreativen Umgang mit der Sprache.
Die aktive Auseinandersetzung mit Literatur - u.a. in Rollen- und in Singspielen - fördert Phantasie und schöpferisches Denken.
Die Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeiten werden angeregt; das Verständnis für die Umwelt wird erweitert und gedanklich erfaßt.
Das Spiel mit Handpuppen bietet eine große Chance des kreativen, sprachlichen Ausdrucks.
3. Bewegungserziehung
Grobmotorik: Das Bedürfnis der Kinder nach Bewegung wollen wir fördern und unterstützen.
Folgende Möglichkeiten kommen den Bedürfnis nach Bewegung nach:
- täglich werden Bewegungsspiele angeboten
- einmal wöchentlich gezielte Bewegungserziehung in der Turnhalle
- Besuch von Spielplätzen
- bei Spaziergängen, die mehrmals wöchentlich stattfinden, werden Lauf- und Tobemöglichkeiten genutzt.
Feinmotorik: Die Entwicklung der Feinmotorik wird altersgerecht gefördert. Das Kind erhält durch die Steigerung seiner Geschicklichkeit Sicherheit und Selbstvertrauen und wird ermutigt, zunehmend mehr selbst zu erledigen. Durch offene und gezielte Angebote aller Spiel- und Bastelmaterialien wird die Feinmotorik geübt.
4. Umwelterziehung und Ökologie
Die Lebenssituation der Kinder wird durch die Gestaltung ihrer Umwelt stark beeinflußt. Die Kinder sollen lernen, bedeutsame Lebenszusammenhänge zu erkennen. Dazu gehört sowohl das Erleben der jahreszeitlichen Naturvorgänge, als auch die gestaltete Wohnumwelt der Kinder.
Intensive Beobachtungen über Vorgänge in der Natur finden während der Spaziergänge mit den Kindern statt - z.B. jahreszeitlich bedingte Ereignisse wie Aussaat, Wachsen, Blühen, Fruchtentwicklung, Ernte oder die Begegnungen mit Tieren, bspw.: Schnecken, Käfer, Raupen, Schmetterlinge...
Ein umweltbewußtes ökologisch ausgewogenes Verhalten soll die Kinder dahin führen, Verantwortung zu übernehmen. So sammeln und sortieren wir Altglas, Altpapier, Alufolie, u.a..
5. Verkehrserziehung
Die Kinder unseres Einzugsgebietes müssen etliche verkehrsreiche Straßen überqueren bzw. entlang laufen (Straßen haben teilweise keinen Fußweg - Kohlenstraße).
Wir greifen konkrete Probleme auf und üben im Straßenverkehr sicheres Überqueren der Straße und verkehrsgerechtes Verhalten, um die Sicherheit des Kindes zu erhöhen.
Bei Spaziergängen wird generell die Verkehrssicherheit der Kinder einbezogen. Es werden Regeln aufgestellt, die die Gruppensituation (z.B. geordnetes Gehen, Zusammenbleiben u.a.) berücksichtigen.
6. Erziehung zur Kreativität
Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch kreative Fähigkeiten hat. Zur Entwicklung ihrer persönlichen Ausdrucksmöglichkeit geben wir den Kindern Zeit und Raum für vielfältige Aktivitäten.
Selbständige Handlungen der Kinder werden besonders gelobt, um durch Erfolge zu weiterem Gestalten anzuregen. Diese positive Verstärkung ermuntert die Kinder schöpferisch tätig zu sein.
Unser Ziel ist ebenfalls, das Kind durch Kennenlernen seines persönlichen Könnens unabhängiger vom konsumierenden Verhalten zu machen.Durch ein umfassendes Angebot möchten wir jedem Kind die Möglichkeiten geben, seine persönlichen Stärken zu festigen und somit als eigenständige Persönlichkeit aufzutreten.
Durch den Aufforderungscharakter der Raum- und Materialangebote können die Kinder selbständiges, schöpferisches, phantasievolles Handeln, Gestalten, Werken, Bauen und Spielen (z.B. in Rollenspiel, Kasperlespiele) erfahren. Je differenzierter das Spielmaterial, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass alle Bildungsbereiche berücksichtigt werden und die Kreativität der Kinder sich frei entfalten kann. Die Kinder haben besonders während der Freispielphase die Möglichkeit zu entscheiden, mit welchem Material, in welchem Teil des Raumes, mit welchem Spielpartner es spielen möchte.
7. Methoden der pädagogischen Arbeit
Das Spiel steht als Methode zur Erreichung unserer Ziele im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit.
Das Freispiel hat umfassende Bedeutung für die Entwicklung des Kindes. Es kann sein Wünsche und Bedürfnisse ausleben und Erfahrungen sammeln.
Differenzierte, vielfältige Spielmöglichkeiten fördern die ganzheitliche Entwicklung des Kindes. Der Einfallsreichtum der Erzieher ist bei der Gestaltung der Räume und beim Wechsel des Spielangebotes besonders wichtig. Durchgehende Beobachtungen der Kinder ermöglichen den Erwachsenen ein sicheres Anregen, Unterstützen und Helfen, Impulse, die das selbständige Handeln des Kindes bestärken und fördern.
Neben dem freien Spiel legen wir Wert auf gezielte Förderung der Kinder in der Kleingruppe. Wir planen nach dem situationsorientierten Ansatz unsere Angebote. Wir legen Wert auf vielfältige, abwechslungsreiche Methoden, durch die wir unsere Ziele erreichen möchten.
Besonders oft wollen wir folgende Methoden anwenden:
- Reime, Geschichten, Märchen, Fingerspiele u.a.
- Kasperlespiele
- Lieder
- Klang- und Hörschulung
- Rhythmik
- Gestalten mit Spiel- und Bastelmaterialien (schneiden, falten, kneten, bauen etc.)
- gestalten mit Farben unterschiedlichster Beschaffenheit: Fingerfarbe, Wasserfarbe, Wachsmalstifte, Buntstifte, Filzstifte u.a.
- Werken mit Holz
- Rollenspiele
- Kochen, backen
8. Zusammenarbeit mit den Eltern
Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein wichtiges Ziel unserer Arbeit, um zu einem partnerschaftlichen Umgang miteinander zu kommen.
Wir möchten durch die Zusammenarbeit den Kindern Konflikte in der Erziehung ersparen. Eltern und Erzieher arbeiten an der gleichen Aufgabe, diese kann nur gemeinsam gelöst werde, wenn durch häufige Kontakte zwischen Kindergruppe und Elternhaus eine Vertrauensbasis vorhanden ist.
Zur Elternarbeit können gehören:
- Einzelgespräche mit Eltern
- Elternabende
- Elternbriefe, Kinderzeitung, Projektdokumentation
- Vater-Kind Nachmittag
- Elternfrühstück u.v.a.m.
- Elternrat
- Erwartungen an die Eltern
- Mitbestimmungsrechte
- Zusammenarbeit von Schule und Kindergarten
|